Hühnerbrühe

Ich habe bereits erzählt, dass ich meine Küchenprozesse seit einer Weile optimiere, damit wir weiterhin frisch und lecker essen, ohne jeden Tag in der Küche zu stehen oder lange zu stehen. Und es funktioniert… zumindest meistens! Inzwischen haben wir einen zusätzlichen Gefrierschrank, dessen Reserven immer wieder aufgefüllt werden. Momentan habe ich dort einige Portionen Bolognesesoße nach Nonnas Art, Bechamelsoße, Vollkornhefeteiglinge, Amalfizitronen, die man nur kiloweise bestellen konnte, Boeuf Stroganoff, Zwiebelpletzel und anderes 🙂

Heute möchte ich dir eines meiner Zeitsparrezepte verraten. Beim Zeitmanagement in der Küche setze ich nicht nur auf schnelle Rezepte, sondern auch auf selbstgemachte Convenience (spart mindestens einen Verarbeitungsschritt) und Fertigprodukte (muss man nur warm machen). Meine TK-Brühe ist sowohl als auch. Manche werden sagen, es gibt doch genug Würfel, aber die schmecken mir nicht 🙁 Selbst die Bio-Würfel und Pulver schmecken nie wie selbstgekochte Brühe. Die Hühnerbrühe kocht man 1,5 bis 2 Stunden und dabei wird natürlich keine Zeit gespart, aber wenn du diese Arbeit nur einmal machst und gleich mehrere Liter einfrierst, spast du die Einkaufs-, Koch- und Putzzeit.

Brühe mit Hühnerfleisch, Knoblauch, Buttercroutons, geriebenem Käse und Petersilie

Daraus lassen sich viele verschiedene Suppen in wenigen Minuten zubereiten. Je nach ausgewählten Gemüsesorten, Gewürzen und Kräutern kannst du eine „normale“ europäische Hühnersuppe oder aber z.B. eine asiatische mit Reisbandnudeln, Zitronengras, Chili und frischem Koriander zaubern. Es kann eine deftige Wintersuppe mit viel Einlage sein oder eine leichte Sommersuppe mit etwas Dill oder Petersilie. Gönne dir an einem kühleren Abend eine Tasse Brühe und Piroschki mit Hackfüllung, Russische Piroschki mit Kohlfüllung, Watruschki mit Kartoffelfüllung oder Papas Piroschki – Teigtaschen mit Kohl-Ei-Füllung.

Für die Hühnerbrühe kaufe ich Suppenknochen auf dem Wochenmarkt oder sammle im Gefrierschrank Hühnerrücken und Flügel, bis ich genug für einen Topf Brühe habe. Denn ich kaufe meistens ganze Hühner und portioniere sie vor dem Garen. Wenn die Hühnerbrühe nicht nur schmecken, sondern auch Kräfte geben soll im Krankheitsfall oder im Wochenbett, sollte man am besten Demeterhühner nehmen, sagt meine Dozentin. Frag einfach im Bioladen, ob sie ganze Hühner bestellen können. In unserem Biosupermarkt gibt es im Kühlschrank nur Brust oder Keule, aber man kann ein ganzes Huhn bestellen.

Wenn du die Brühe auch einfrieren wirst, empfehle ich, eine konzentrierte Brühe zu kochen, die man später mit Wasser verdünnt. So spart man Platz im Gefrierschrank. Für die konzentrierte Brühe nimmt man 1 kg Knochen mit Fleisch auf 1 Liter Wasser. Bei mir haut es nie hin, dass das Fleisch dann bedeckt ist, deswegen nehme ich doch etwas mehr Wasser. Für eine normale Brühe 1 kg Fleisch auf 2,5 Liter Wasser. Da es uns um die Brühe und nicht um das Fleisch geht, nehmen wir immer kaltes Wasser. Während die Brühe dann kocht, niemals kaltes Wasser dazugeben.

Das Fleisch mit Wasser auf mittlerer oder großer Flamme zum Kochen bringen. Sobald die Brühe kocht, sofort auf kleinere Flamme umstellen und den Schaum abschöpfen und leicht köcheln lassen.

Ich glaube, ich habe mal erzählt, dass ich im Herbst eine russische online Kochschule für gute „Haushaltsmanagerinnen“ absolviert habe. Die Lehrerin hat darauf bestanden, dass eine Brühe ein Diätprodukt ist. So schöpft sie immer das Fett ab, während ihre „weltbeste Brühe“ köchelt. Das mache ich mittlerweile auch. Am Anfang kann man sich schwer vorstellen, dass es geht, aber es geht! So viel Fett konnte ich heute „loswerden“.

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20 Minuten vor dem Ende der Kochzeit ein paar Karotten, eine Zwiebel, ein Stück Knollensellerie, Pastinake und ein paar Pfefferkörner hinzufügen. 5 Minuten vor dem Ende 1-2 Lorbeerblätter oder etwas frische Kräuter hinzufügen und salzen. Wie du auf dem Foto sehen kannst, habe ich statt ganzem Gemüse einen Esslöffel selbstgemachte Gemüsebrühpaste hinzugegeben.

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Die Brühe abseihen und das Fleisch im Sieb abkühlen lassen.

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Wenn du zu viel Langeweile hast, an Perfektionismus leidest, die Schwiegermutti zum Essen kommt oder du die Brühe pur in schönen Tassen genießen willst, kann man sie mithilfe eines Mulltuchs oder zwei Küchenpapierlagen klarer machen.

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So sieht sie am Ende aus. Jetzt am besten in Dosen oder Beutel abfüllen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen und dann ab ins Gefrierfach damit. Uns reicht für ein Mittagessen zu dritt ein Liter Brühe mit Einlage und mit etwas Wasser aufgefüllt.

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Man kann die Brühe in Gefriertüten, Gefrierdosen oder auch Gläsern einfrieren. Man muss nur immer daran denken, dass sie sich beim Einfrieren ausdehnt und dafür genug Platz im Behälter braucht. Wenn das Fleisch abgekühlt ist, kann man es von Knochen runternehmen und entweder in der Brühe oder separat einfrieren. Ich friere das Fleisch immer separat ein, weil ich es dann auch anderweitig verwenden kann. Je nach Menge entweder mit zusätzlichem Gemüse als Teigtaschenfüllung oder in einer Soße.

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Die Brühe ist ca. vier Monate haltbar. Man kann sie im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen, in der Mirowelle (Auftauprogramm) oder bei kleiner Hitze im Topf auf dem Herd.

1 Comment

  1. Vorkochen fürs Wochenbett und andere Notzeiten – Spaß mit Kochen 8. September 2018 at 16:58

    […] ein paar Monate im Gefrierfach haltbar. Vorher habe ich schon  Frikadellen, Gemüsecremesuppen und Hühnerbrühe eingefroren. Da habe ich einfach die doppelte oder dreifache Menge gekocht und einen Teil gleich […]

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